Rembrandt - Der Erneuerer des niederländischen Gruppenbildnisses
|
| Der Niederländer Rembrandt (1606-1669, eigentlich Rembrandt Harmenszoon van Rijn) gilt als einer der bedeutendsten Künstler des Abendlandes. Neben seinen berühmten Gemälden, die immer wieder Anlass zu Echtheitsuntersuchungen geben, hat Rembrandt ebenso ein umfangreiches zeichnerisches wie druckgrafisches Werk hinterlassen. Nachdem Rembrandt zunächst in seiner Heimatstadt Leiden gewirkt hatte, wurde er besonders nach seinem Umzug nach Amsterdam im Jahr 1631 erfolgreich, erhielt wichtige Aufträge und unterrichtete viele Schüler. Gerade die enge Zusammenarbeit und die intensive Unterrichtung seiner Schüler macht die Zuordnung einiger Werke zur einer eindeutigen Autorschaft oft schwierig. Trotz seines zeitweiligen Erfolges und seines größer werdenden Ruhms starb Rembrandt zuletzt verarmt. In Anlehnung an die Gepflogenheit seiner Zeit malte Rembrandt in früheren Jahren besonders biblische Szenen. Doch in den frühen Amsterdamer Jahren zwischen 1631 und etwa 1656 revolutionierte Rembrandt die Malerei besonders im Bereich des Gruppenportraits und agierte entgegen der immer stärker gefragten Feinmalerei. Rembrandt verband das Gruppenportrait mit den Eigenschaften des Historienbildes. So erneuerte er das bis dato statische Gruppenportrait, das eher von der Auf- bzw. Aneinanderreihung gleichberechtigter Einzelportraits geprägt war, indem er die Personen in eine Handlung einband. Er verlieh dem Portrait somit nicht nur einen narrativen Charakter, sondern dynamisierte es durch eine lebendige Komposition. Eine weitere Errungenschaft der Malerei Rembrandts war seine so genannte Hell-Dunkel-Malerei, die er mehr und mehr in einem pastosen Farbauftrag ausführte. Die somit erzielten starken Kontraste und Licht-Schatten-Wirkungen inszenierten die Portraitierten und dramatisierten die dargestellte Szene um ein Weiteres. Zwei der berühmtesten Gruppenportraits dieser wichtigen Phase, die neben den anderen vielfältigen Themenbereichen Rembrandts als Poster erhältlich sind, sind „Die Anatomie des Dr. Tulp“ (1632) und „Die Nachtwache“ (1642).
|
| Autor: Petra Müller |
|